Alleinerziehen als wohlfahrtsstaatlich konstituiertes Phänomen. Ein Lehrforschungsprojekt zur Rolle von Sozialpolitik und Sozialer Arbeit

Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle der (österreichische) Wohlfahrtsstaat bei der Konstituierung und (Re-)Produktion des Phänomens "Alleinerziehen" in seiner gegenwärtigen Form spielt. Ausgehend von der empirisch gut belegten prekären Lebenslage vieler Alleinerziehender – insbesondere von Frauen – wird Alleinerziehen nicht als individuelles Defizit oder bloßes Sozialproblem verstanden, sondern als sozial und politisch hervorgebrachtes Verhältnis.

Theoretisch verortet sich das Projekt in der feministischen Wohlfahrtsstaatsforschung und knüpft insbesondere an Konzepte der Geschlechterordnung, der sozialen Reproduktion sowie an Nancy Frasers Verständnis des Wohlfahrtsstaates als juridisch-administrativ-therapeutischen Apparat an. Methodisch arbeiten die Studierenden qualitativ und multiperspektivisch: Analysiert werden rechtliche Regelungen, politische Diskurse und wohlfahrtsstaatliche Programme ebenso wie die Praxis Sozialer Arbeit im Umgang mit Alleinerziehenden.

Ziel des Projekts ist es, Studierenden eine kritisch-analytische Perspektive auf Sozialpolitik zu eröffnen und sie dazu zu befähigen, den Wohlfahrtsstaat nicht nur als Hilfeinstanz, sondern als machtvollen Akteur in der Produktion sozialer Ungleichheit und Geschlechterverhältnisse zu reflektieren. 

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Junior Researcher Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung
Department Soziales
Arbeitsplatz: B - Campus-Platz 1
M: +43/676/847 228 531
Laufzeit
01.09.2026 – 30.06.2027
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung