Obwohl der Zugang zu digitalen Medien heute breit verfügbar ist, bestehen in Bezug auf Bildungsstand, Alter, sozialem Status und Geschlecht weiterhin Ungleichheiten in der Mediennutzung. Dieses Projekt untersucht, wie sich der Gender Gap in der Nutzung digitaler Medien zeigt und welche Rollenbilder, Normen und Genderstereotype in Medien wie z.B. Games, sozialen Netzwerken und der Influencer*innen-Kultur reproduziert oder infrage gestellt werden.
Ausgangspunkt sind widersprüchliche Befunde zwischen quantitativen Nutzungsstatistiken und praktischen Erfahrungen aus der Sozialen Arbeit, etwa hinsichtlich Gaming, Social-Media-Nutzung und Risiken wie exzessivem Gebrauch oder digitaler Gewalt. Mittels Methoden wie z.B. qualitativer Leitfadeninterviews, (n)Et(h)nografien, Artefaktanalysen oder Webscraping können sowohl subjektive Perspektiven Jugendlicher und Studierender als auch Darstellungen und Wertehaltungen von Akteur*innen analysiert und kritisch hinterfragt.
Ziel ist die Sichtbarmachung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten, Analyse medienspezifischer Sozialisation aus einer Genderperspektive und Ableitung sozialpädagogisch relevanter Handlungsbedarfe. Das Projekt soll damit einen Beitrag zur Förderung differenzierter Gender- und Medienkompetenz in der Sozialpädagogik leisten.