Rechte Einflussnahmen auf kommunaler Ebene und ihre Bedeutung für die Praxis Sozialer Arbeit

Im Projekt SoFRiED - Social Work and the Far Right in European Democracies wurde im Laufe des Forschungsprozesses deutlich, dass Fachkräfte den Einfluss rechter Akteur*innen lokal deutlich spüren und beobachten: lokale Politiker*innen und Gemeindeverwaltung, Vereinswesen, Bürger*inneninitiativen und lokale Medien üben mitunter erheblichen direkten, aber auch indirekten Druck auf die Existenz und Fachlichkeit Sozialer Arbeit aus.  

Zugleich treten rechte Akteur*innen insbesondere im peripheren ländlichen Raum mit eigenen, niedrigschwelligen Freizeit- und Unterstützungsangeboten in Erscheinung. Über Feste, Freizeitaktivitäten, informelle Beratung und praktische Hilfe sind sie stark im Vereins- und Gemeinschaftsleben präsent und binden Menschen über Alltagsnähe und Geselligkeit. 

Das Projekt untersucht am Beispiel ländlicher Gemeinden und Kleinstädte, wie rechte Einflussnahmen die Rahmenbedingungen, Finanzierung, öffentliche Wahrnehmung und konkrete Praxis sozialer Einrichtungen beeinflussen und wie Fachkräfte und Träger darauf reagieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Versorgungslücken in der Jugendarbeit, Sozialen Arbeit und Gemeinwesenarbeit. Analysiert wird, inwiefern solche Lücken von rechten bzw. parteinahen Akteur*innen durch niedrigschwellige Unterstützung, persönliche Beziehungen und symbolische Anerkennung besetzt werden. 

Zielsetzung des Projekts: 

Das Projekt soll empirisch herausarbeiten, welche Formen rechter Einflussnahme und des sozialen wie politischen Drucks auf Soziale Arbeit auf lokaler Ebene auftreten, über welche politischen und öffentlichen Arenen (z. B. Gemeinderat, Verwaltung, Vereinswesen, lokale Medien und Öffentlichkeit) diese vermittelt werden und wie soziale Einrichtungen, Träger und Fachkräfte damit umgehen. Untersucht werden sowohl offene Angriffe und Delegitimierungsversuche als auch indirekte Strategien, etwa die Besetzung von Versorgungslücken durch eigene, niedrigschwellige Angebote. 

Damit soll ein Beitrag zum Verständnis geleistet werden, wie sich demokratiefeindliche oder exkludierende Politiken und Praktiken konkret auf Infrastruktur, Finanzierung, öffentliche Wahrnehmung und professionelle Handlungsspielräume Sozialer Arbeit vor Ort auswirken. Zugleich sollen Ansatzpunkte identifiziert werden, wie soziale Einrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen ihre Arbeit schützen, stärken und lokal verankern können. 

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Hochschul-Dozentin
Department Soziales
Arbeitsplatz: B - Campus-Platz 1
M: +43/676/847 228 557
Laufzeit
01.09.2026 – 30.06.2027
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung