05.11.2026

Sprache, Gesellschaft und KI zusammendenken

Sabine Lehner verbindet Sprache, Gesellschaft und künstliche Intelligenz

 

Foto: Jan Dreer / IFK

Wie verändert sich Kommunikation, wenn Maschinen nicht mehr nur Werkzeuge sind, sondern selbst zu einem Gegenüber werden? Mit dieser und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Sprachwissenschafterin Sabine Lehner am Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten. Ihre Forschung verbindet richtet den Blick darauf, was technologische Veränderungen für Menschen und Gesellschaft bedeuten.

Sprache ist für Sabine Lehner mehr als ein Mittel zum Informationsaustausch. Sie prägt soziale Beziehungen, Zugehörigkeit und unseren Blick auf die Welt. Entsprechend breit sind ihre Forschungsschwerpunkte: von Kritischer Soziolinguistik und Grenzforschung bis zur Mensch-Maschinen-Interaktion.

Was passiert, wenn Maschinen zunehmend soziale und kommunikative Funktionen übernehmen?

Aktuell untersucht sie im Forschungsprojekt „KIKKI – Kommunikationsideologien in Bezug auf kommunikative künstliche Intelligenz“ welche Vorstellungen von Sprache und Kommunikation mit KI-basierten Sprachtechnologien verbunden sind.

Besonders interessiert sie, was geschieht, wenn Maschinen zunehmend soziale und kommunikative Funktionen übernehmen. Dabei betrachtet sie sowohl die Perspektive von KI-Forscher*innen und -Entwickler*innen als auch den Einsatz solcher Technologien in der Sozialen Arbeit.

Damit adressiert ihre Forschung Fragen, die weit über die Technologie selbst hinausgehen: Wie verändern KI-Systeme unser Verständnis von Kommunikation? Was bedeutet es, wenn sprachliche Interaktion automatisiert und Nähe maschinell erzeugt wird? Und wo liegen Chancen und Grenzen in Bereichen, in denen zwischenmenschliche Beziehungen besonders wichtig sind? Für die USTP verbindet das Projekt Fragestellungen zu künstlicher Intelligenz mit der Expertise des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung.

Von der Linguistik zur gesellschaftlichen Dimension von KI

Die wissenschaftliche Laufbahn von Sabine Lehner begann mit dem Bachelor- und Masterstudium der Angewandten Linguistik an der Universität Wien. Dort promovierte sie 2022 mit einer kritisch-soziolinguistischen Arbeit über Grenznarrative von Asylwerber*innen in Österreich. Bereits von 2018 bis 2020 war sie ÖAW-DOC-Stipendiatin am Institut für Sprachwissenschaft.

Darüber hinaus war bzw. ist sie als Trainerin und Beraterin für wissenschaftliches Schreiben und Arbeiten sowie als Lehrende tätig und engagiert sich als Vorstandsmitglied im Österreichischen Verband für Angewandte Linguistik.

Mit dem APART-GSK-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften setzt sie diesen Weg nun mit einem eigenen Forschungsschwerpunkt fort. Das Programm richtet sich an exzellente Nachwuchswissenschaftler*innen aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften in der ersten Post-Doc-Phase und unterstützt sie dabei, wissenschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen und eigene Forschungsprogramme umzusetzen.

Von 2026 bis 2030 widmet sich Sabine Lehner im Rahmen des Stipendiums ihrem Projekt zu kommunikativer künstlicher Intelligenz. Im Zentrum steht dabei eine Frage, die mit der zunehmenden Verbreitung von KI weiter an Bedeutung gewinnt: Wie können wir technologische Entwicklungen nicht nur danach beurteilen, was sie können, sondern auch danach, was sie mit unserer Kommunikation und unserem Zusammenleben machen?

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