CARING-AI

Anpassungsfähige und KI-gesteuerte Assistenzroboter für inklusive Pflege.

Hintergrund

Die Zahl älterer Mitbürger*innen nimmt zu – ein Trend, der auch bei Menschen mit Migrationshintergrund zu sehen ist. Einer aktuellen OECD-Studie zufolge sind ältere Migrant*innen im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen häufiger von relativer Armut betroffen. Auch erhalten sie weniger Unterstützung durch die Gesundheitssysteme. Gründe dafür gibt es einige: Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede, eine vergleichsweise geringere Gesundheitskompetenz, sowie Erfahrungen von Marginalisierung oder Diskriminierung. Die geringe Verfügbarkeit von Übersetzungsdiensten und Fachkräften mit interkultureller Kompetenz sowie starre Strukturen im Gesundheitssystem, die kulturelle Vielfalt unzureichend berücksichtigen und einer personenzentrierten Versorgung entgegenstehen, verschärfen die Ungleichheiten zusätzlich.

Projektinhalt

Assistenz-Roboter (Social Assistive Robots, SARs) sollen künftig bei der personalisierten soziale Betreuung älterer Menschen unterstützen. Solche Roboter sind in der Lage Risiken zu erkennen und davor rechtzeitig zu warnen. Sie können die Medikamenteneinnahme überwachen, Gesellschaft leisten und sogar Symptome von Depressionen lindern. Es besteht allerdings weiterer Forschungsbedarf. Die Technologien müssen noch besser auf individuelle und auch auf die Bedürfnisse von Minderheiten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen abgestimmt werden. Dies gilt im Besonderen für Menschen mit Migrationshintergrund. Um hier Abhilfe zu schaffen, erheben wir, wie die Lebenswelt älteren Migrant*innen in Kanada und der Europäischen Union aussieht. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern die Grundlage für die Entwicklung KI‑basierter Roboter, die auf die Pflegebedarfe dieser Bevölkerungsgruppe besser zugeschnitten sind.

Ziele

Dieses Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheitssysteme in Europa und Kanada so umzubauen, dass sie den Bedürfnissen älteren Migrant*innen besser entgegenkommen. Kernstück des Projekts ist die gemeinschaftliche (Citizen Science Ansatz) Entwicklung (Co-Design) und Evaluation von Konzepten für den Einsatz von Assistenzrobotern. Langfristig sollen diese Roboter in fünf Ländern ein fester Bestandteil der Pflege werden.

Wir stellen einen Fahrplan zusammen mit dem sich die Pflege besser auf  individuelle Bedürfnisse (personenzentrierte Pflege) zuschneiden lässt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Herausforderungen vor denen ältere Mitbürger*innen mit Migrationshintergrund stehen. Darüber hinaus liefern wir Verantwortungsträger*innen eine evidenz-basierte Grundlage, mit der sie fundierte Entscheidungen zum Einsatz von Assistenz-Robotern auf Primärversorgungs- und Gemeindeebene treffen können.

Methode

Das Rückgrat des Projektes bilden:

  • Qualitative Forschung: Wir untersuchen die Bedürfnisse, Barrieren und Chancen beim Einsatz von Assistenzrobotern. Dabei verwenden Methoden der Citizen Science, stellen wir den kulturellen Hintergrund in den Mittelpunkt und stützen uns auf die Expertise von Pflegekräften, Gesundheitsfachpersonen und KI-Expert*innen.
  • Proof-of-Concept-Studien: Wir testen den Einsatz von Robotern in der Primär- und Gemeindepflege. Ziel ist es, die Lebenssituation, sozialen Bedingungen und die Gesundheitsversorgung älterer Migrantinnen zu verbessern
  • Wissensübersetzung und -transfer: Die Ergebnisse werden politischen Entscheidungsträger*innen, Industriepartnern, Verantwortlichen im Gesundheits- und Pflegemanagement und Forschenden zur Verfügung gestellt.

Ergebnis

Die internationale Partnerschaft zwischen Europa und Kanada führt die Perspektiven aus unterschiedlichen Sozial- und Unterstützungssystemen zusammen. Das verspricht innovative Ansätze für eine neue Generation von Assistenzrobotern mit denen ältere Menschen aus kulturellen Minderheiten in die Lage versetzt werden, ihre Gesundheit besser zu managen und den Alltag leichter zu bewältigen. Auch das Pflegepersonal profitiert, da es bei seinen Aufgaben durch die Roboter unterstützt werden.

Das Projekt bietet eine Plattform auf der Gesundheitsfachkräfte aus mehreren Ländern aufeinandertreffen. So können Erfahrungen geteilt werden, neue Konzepte ein breitere Wirkung entfalten, und frische Ideen für die eigene Arbeit im Gesundheits- und Pflegeberich mitgenommen werden. Kurz gesagt: Es kommt zu einem internationaler Austausch von Wissen und Expertise im Pflegebereich.

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Senior Researcher
Center for Digital Health and Social Innovation
Arbeitsplatz: B - Campus-Platz 1
T: +43/2742/313 228 534
M: +43/676/847 228 534
Projektleitung
Externe Projektleitung
Harmehr Sekhon (lead)
Externe MitarbeiterInnen
Carina Dantas
Anne-Sophie Rigaud
Stephanie Jansen-Kosterink
Maria Trinidad Herrero
Lars Münter
José López Mellado
Elvira Maranesi
PartnerInnen
  • The Royal Institution for the Advancement of Learning/McGill University, Division of Geriatrics (lead) [Kanada]
  • SHINE 2Europe (SHINE) [Portugal]
  • AP-HP Assistance Public - Hôpitaux de Paris [Frankreich]
  • Roessingh Center for Rehabilitation (RCR) [Niederlande]
  • Foundation for Healthcare Training and Research of the Region of Murcia (FFIS-IMIB), Institute for Bio-health Research of Murcia Pascual Parrilla [Spanien]
  • Nordic Wellbeing Academy (NWA) [Dänemark]
  • Murcian Health Service (SMS) [Spanien]
  • National Institute on Health and Science on Aging (IRCCS INRCA) [Italien]
Finanzierung
EU (THCS Call)
Laufzeit
01.02.2026 – 31.07.2028
Projektstatus
laufend
Beteiligte Institute, Gruppen und Zentren
Center for Digital Health and Social Innovation
Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung
Institut für Gesundheitswissenschaften